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Fünf-Tages-Tour vom Hagengebirge übers Steinerne Meer in den Pinzgau (15.08.-19.08.1997)

Die seit langem von mir geplante Tour, gemeinsam mit meiner lieben Mutti, soll nun Wirklichkeit werden. Vati hat uns zwei schon in aller Frühe nach Berchtesgaden an den Königssee gefahren. Das Wetter ist recht gut, sommerlich, aber mit vielen Quellwolken, wir hoffen, dass es nicht schlechter wird, so dass uns Hans und Stefan in fünf Tagen in Weißbach bei Lofer abholen können.

1. Tag: von Berchtesgaden über den Jenner (1.874 m), das Schneibsteinhaus (1.670 m), die Priesbergalm (1.500 m) zur Gotzenalm (1.685 m) und zum Aussichtspunkt Feuerpalfen (1.741 m)

Um 08:00 Uhr gehören wir zu den Ersten, die mit der Jennerbahn hinauffahren. Heute ist Freitag und Maria Himmelfahrt, so dass für Viele ein langes Bergwochenende bevorsteht.
Wir lassen uns gemütlich hinaufgondeln und genießen schon mal die Sicht auf Watzmann und Steinernes Meer.
Von der Bergstation der Jennerbahn gehen wir ohne unseren schweren Rucksäcke kurz hinauf zum Gipfel des Jenner (1.874 m), der zu dieser noch recht frühen Stunde noch völlig einsam und in Ruhe auf den Tagesansturm wartet. Ganz alleine stehen wir hier und genießen die bekannte gute Aussicht

 


Doch bald schon ist es mit der Ruhe vorbei und eine erste Gruppe nähert ich auch dem Gipfel, so dass wir wieder zur Seilbahnstation hinuntergehen unsere Rucksäcke schultern (ich liebe meinen Rucksack, so ist es, was wäre ich ohne ihn!!!!!!) und zum Schneibsteinhaus (1.670 m) hinüber gehen. Dort machen wir eine kurze Erfrischungspause, wir haben gerade eine Wiese mit Unmengen von lila-rotem Enzian gequert

 

und freuen uns auf das Kommende.
Mutti war schon sehr lange nicht mehr hier, ich vergangenes Jahr auf meiner Tour über Schneibstein und Hagengebirge.
Vom Schneibsteinhaus gehen wir dann weiter, drehen Hohem Brett, Hohem Göll und Schneibstein den Rücken zu und gehen auf breitem Weg steil hinab zur Branntweinhütte (~ 1.240 m).
Von dort geht es über ein sumpfiges Almgebiet hinauf zur weiten Priesbergalm (1.500 m), wo wir bei Milch und Hanuta eine kurze Pause machen.
Dann queren wir die weite Almfläche, die bewirtschaftet ist und gehen hinunter in den Unteren Hirschenlauf, ein Steig, steil, aber schön zu gehen: tiefster Punkt 1.250 m.
Dann geht es wieder steil hinauf, viele, viele Holztreppen zur Seeau-Alm (1.400 m).
Und jetzt kommt der Schinder des heutigen Tages: über einen steilen, breiten Versorgungsweg geht es in vielen Kehren hinauf auf die Gotzenalm (1.685 m), die wir bei Gewitterausbruch erreichen. Wir werden aber nur ganz wenig naß.
Heute war Almmesse, d.h. es sind sehr viele Leute hier, Musikanten etc.
Wir brotzeiten trotz Regen draußen unter einem großen Schirm,

 

es gibt mitgebrachte Sachen und ein Radler und einen "Enzian" zum Aufwärmen. Bald hat sich das Gewitter verzogen, die dunklen Wolken sind fürs Erste weitergezogen und wir gehen noch unseren obligatorischen Nachmittagsspaziergang machen: zum Aussichtspunkt Feuerpalfen (1.741 m).
Über die weiten Almwiesen geht es leicht ansteigend hinauf zu dem beeindruckenden Punkt, von wo man 1.100 m Steil abfallend, unten, tief unten den blauen Königssee und St. Bartholomä sehen kann und dahinter, direkt vor unseren Augen, steil aufsteigend, die berüchtigte Watzmann-Ostwand. Die Sicht ist recht gut, natürlich nicht so brillant, wie ich das schon auf Abbildungen gesehen habe. Die Wirklichkeit hat immer Mühe mit derlei mitzuhalten, aber sie schafft es mehr als gut!!!
Wir sehen aber nicht nur den Watzmann, sondern auch die Gipfel des Steinernen Meeres, den Hochkönig, die Teufelshörner, Hagengebirge, Kahlersberg, Schneibstein und Göll-Massiv, Jenner, dahinter Untersberg

 


Wir bleiben lange, sind ganz allein hier, es ist manchmal kaum zu glauben, wie nahe Momente der Ruhe sind

 


Die Sonne scheint wieder und Berge und Luft sind wie "gewaschen".
Beim Rückweg legen wir uns oberhalb der Gotzenalm in die saftigen Wiesen und bleiben so lange, bis die Feuchtigkeit des letzten Gewitters durch unsere Unterlagen dringt.
Das heutige Ziel unser Sehnsucht liegt vor uns und dahinter ein beeindruckendes Panorama

 


Um 17:00 Uhr zieht aber wieder ein Gewitter auf, wir beziehen um 18:00 Uhr unser schmales, enges Lager. Nach Abendessen und einem letzten Blick nach draußen gehen wir schon um 20:00 Uhr schlafen, im Lager ist es wegen des Gewitters stockdunkel.
Die Gotzenalm allgemein ist recht einfach, ein Plumps-Clo für sehr, sehr viele Personen, Waschgelegenheiten draußen an einer Wasserstelle, ich bin sehr froh, dass ich in der Nacht durch die Finsternis und den Regen nach draußen auf die Toilette stolpern muss.


 Zum nächsten Tag

 

 

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Letztes Update: 19. Juli 2002 - Adresse dieser Seite: http://www.sigisart.de © 2002 by kdg