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Dort macht Stefan schon mal eine Brotzeitpause um sich
für den kommenden Anstieg zu stärken.
Zuerst geht es auf einem breiten Weg in Kehren durch den Wald zur Almwirtschaft
„Glocknerblick“ (1.659m). Von dort kann man zwischen Wiesbachhorn und
dem Kitzsteinhorn einen (sehr) kleinen Teil vom Großglockner sehen.
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Nachdem wir wieder eine kurze Pause gemacht haben, gehen
wir auf einem grasigen, breiten Rücken weiter zur „Dreiwallnerhöhe“
(1.861m), die mit einem Kreuz geschmückt ist.
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Hier setzen wir uns ein wenig länger ins schon braune
Gras und ich genieße eine phantastische Rundumsicht: Vor uns breiten sich
die Kalkalpen aus: Vom Karwendel, über Loferer und Leoganger Steinberge,
Reiteralpe, Hochkalter, Watzmann, Steinernes Meer, Hochkönig bis zum Dachstein
reicht der Blick!!!!!!!!!
Davor wogt die grüne, weiche Silhouette der Kitzbüheler und Dientener
Alpen. Ich erkenne den Saalachtaler Höhenweg, den wir (Stefan und ich)
letztes Jahr gegangen sind, der gesamte „Pinzgauer Spaziergang“, der Hundstod
und die Schwalbenwand.
Vor uns dagegen die wunderschöne Pyramide des Kitzsteinhorns mit Schmiedinger
Kees, links davon das Große Wiesbachhorn und gegenüber, auf der anderen
Seite des Taleinschnittes der Hohe Tenn.
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Wir aber gehen weiter und erreichen gegen Mittag die
„Schoppachhöhe“
(2.069m),
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die ebenfalls mit einem Kreuz geschmückt ist (das
ist wichtig für Stefan!!!). Dort setzen wir uns zur Mittagsrast hin und
spielen ein wenig mit den Rittern, die Stefan in seinem kleinen Rucksack
selber hoch getragen hat.
Die Krefelder Hütte, unser heutiges Tagesziel, ist zwar schon zu sehen,
aber noch ziemlich weit weg, aber wir haben ja noch den ganzen Tag Zeit.
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Der Weiterweg führt, mal steigend, mal fallend, mal
geradeaus über einen recht schmalen Grasrücken mit einem schmalen Weg
und links und rechts fallen diese Grashänge recht steil ab.
So heißt es jetzt für mich vermehrte Aufmerksamkeit auf Stefan zu richten,
damit er mir nicht abrutscht. Aber Alles geht gut, Stefan ist schon recht
trittsicher und nach einiger Zeit erreichen wir die „Stangenhöhe“
(2.203m), die ein kurzes Stück drahtseilgesichert ist. Von entgegenkommenden
Bergwanderern wird Stefan immer wieder bewundert und das zu Recht!
Nachdem wir die Stangenhöhe gut passiert haben, wird der Weg unproblematischer
und einfacher. Es geht auf einem breiteren Weg fast eben dahin, übers
sogenannte Grubalmkar.
Zwischen felsigen Abschnitten und zwischen gelben Graswegen geht der abwechslungsreiche
Weg, das Kitzsteinhorn und die Hütte immer vor Augen.
Von oben murmeln viele kleine Schneegewässer herab und Stefan quert einige
kleine „Wasserfälle“ ganz alleine – prima.
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Stefan beginnt langsam ganz ungeduldig zu werden, als
wir ein Erlebnis ganz besonderer Art haben. Er läuft einige Meter vor
mir und sucht nach den Markierungen, als sich ganz plötzlich die Sonne
verdunkelt, allerdings nicht von einer Wolke. Stefan kommt zu mir zurück
gerannt, auch ihm ist das Ganze unheimlich und auch ich habe für kurze
Zeit ein komisches Gefühl. Als wir hinauf sehen scheint schon wieder die
Sonne und wir sehen direkt über uns zwei riesige Greifvögel. Wie uns die
Hüttenwirtin später sagt, sind es Weißbartgeier, die eine Flügelspannweite
von bis zu drei Metern haben.
Ein nachhaltiges Erlebnis, das Stefan nicht so schnell vergißt.
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Um kurz nach 16:00 Uhr erreichen wir schließlich die Krefelder Hütte
des DAV (2.300m).
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Stefan ist verständlicherweise ziemlich geschafft,
800 Höhenmeter liegen hinter uns. Ich habe angerufen und uns angemeldet
und so bekommen wir gleich unser sehr schönes 2-Bett-Zimmer Nr.12 mit
Blick nach vorne raus, auf´s Kitzsteinhorn.
In der Hütte ist sehr wenig los, außer uns übernachten nur noch zwei junge
Burschen und die Bauarbeiter, die vor der Hütte die Terrasse mit Natursteinen
vergrößern.
Die Hütte selber gefällt mir sehr gut, sie ist sehr groß und unser Zimmer
so schön, wie es ein soll.
Im weitläufigen ersten Stock haben wir uns bei der Suche nach unserem
Zimmer zuerst verlaufen.
Auf der Hüttenterrasse wäre es sehr schön, würden da nicht die Bauarbeiter
ihr „Unwesen“ treiben mit Schaufelbaggern, Lastern etc.
Die Umgebung der Hütte ist natürlich problematisch, man sieht sehr stark,
dass hier im Winter intensiv Skigefahren wird, überall breite Schotterwege,
Masten, Drähte usw. Leider ist das so und läßt sich nicht mehr ändern!
Nachdem wir unsere Bergschuhe mit den Birkis getauscht haben, bringen
wir unseren Rucksack hoch ins Zimmer und dann bekommt Stefan seine obligatorischen
Spaghetti. Von der Giga-Portion werden wir beide leicht satt, dazu noch
ein Radler und eine Limo, Herz, was willst du mehr?!
Nach dem Essen erkunden wir die Hüttenumgebung, genießen noch mal das
grandiose Panorama um uns herum. Stefan schaut den Bauarbeitern zu, langsam
wird es kühl. Aber Stefan kriegt nicht genug von den geländegängigen Lastern
und von dem Bagger, der extra fürs Gebirge hergestellt wird. Vor dem riesigen
Hütten-Bernhardiner hat Stefan auch keine Angst, er wird sogar gestreichelt.
Ich mache noch Photos vom Kitzsteinhorn, Wiesbachhorn und Hohem Tenn und
ärgere mich über den Kasten des Alpincenters vor uns, über unzählige Skilifte
und Zivilisationsmüll.
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Als bei uns die Sonne schon untergegangen ist, d.h.
hinter dem Kitzsteinhorn verschwunden ist, gehe ich noch mal hinter die
Hütte und sehe die voll beleuchtete Kette der nördlichen Kalkalpen vor
mir. Vom Karwendel bis zum Dachstein glänzt der helle Stein in der Abendsonne.
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Als es draußen zu kalt wird, beschäftigen wir uns in
der Hütte mit lesen, malen, Ritter spielen.
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Gegen 19:00 Uhr lege ich Stefan schlafen, aber er ist so aufgekratzt,
dass er erst gegen 21:00 Uhr einschläft.
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Wir schlafen sehr gut, einmal fällt Stefan aus dem Bett
und schläft am Boden weiter, aber natürlich habe ich ihn gleich wieder
in sein Bett gelegt.
| Zum nächsten Tag |
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Letztes Update: 20. Juli 2002 - Adresse dieser Seite: http://www.sigisart.de © 2002 by kdg