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Zwei-Tages-Wanderung bei Kaprun unterhalb des Kitzsteinhorns
vom 10.09.-11.09.1998)

1. Tag: Anfahrt nach Kaprun zur Maiskogelbahn und Wanderung zur Krefelder Hütte (2.300m)

Lange habe ich es Stefan ja schon versprochen, nämlich dass wir beide in die Berge gehen und an einem sehr schönen, warmen Herbsttag schwänzen wir den Alltag und den Kindergarten und fahren los.
Stefan hat sich gewünscht ¬ Mit der Seilbahn zu fahren, ­ Auf einem Gipfel zu stehen und ® In einer Hütte zu übernachten!!!
Früh fahren wir los und sind um 10:00 Uhr in Kaprun bei der Maiskogelbahn.
Das Wetter ist super gut, im Tal lagen bei Saalfelden noch einige Nebelbänke, aber die haben sich mittlerweile aufgelöst und es herrscht herrlichstes Föhn-Wetter.
Aus dem tiefen Kapruner Taleinschnitt fahren wir mit der Maiskogelbahn ab und sind wenige Minuten später bei der Maiskogel-Almhütte (1.545m).

 


Dort macht Stefan schon mal eine Brotzeitpause um sich für den kommenden Anstieg zu stärken.
Zuerst geht es auf einem breiten Weg in Kehren durch den Wald zur Almwirtschaft „Glocknerblick“ (1.659m). Von dort kann man zwischen Wiesbachhorn und dem Kitzsteinhorn einen (sehr) kleinen Teil vom Großglockner sehen.

 


Nachdem wir wieder eine kurze Pause gemacht haben, gehen wir auf einem grasigen, breiten  Rücken weiter zur „Dreiwallnerhöhe“ (1.861m), die mit einem Kreuz geschmückt ist.

 
 


Hier setzen wir uns ein wenig länger ins schon braune Gras und ich genieße eine phantastische Rundumsicht: Vor uns breiten sich die Kalkalpen aus: Vom Karwendel, über Loferer und Leoganger Steinberge, Reiteralpe, Hochkalter, Watzmann, Steinernes Meer, Hochkönig bis zum Dachstein reicht der Blick!!!!!!!!!
Davor wogt die grüne, weiche Silhouette der Kitzbüheler und Dientener Alpen. Ich erkenne den Saalachtaler Höhenweg, den wir (Stefan und ich) letztes Jahr gegangen sind, der gesamte „Pinzgauer Spaziergang“, der Hundstod und die Schwalbenwand.
Vor uns dagegen die wunderschöne Pyramide des Kitzsteinhorns mit Schmiedinger Kees, links davon das Große Wiesbachhorn und gegenüber, auf der anderen Seite des Taleinschnittes der Hohe Tenn.

 


Wir aber gehen weiter und erreichen gegen Mittag die „Schoppachhöhe“ (2.069m),

 

die ebenfalls mit einem Kreuz geschmückt ist (das ist wichtig für Stefan!!!). Dort setzen wir uns zur Mittagsrast hin und spielen ein wenig mit den Rittern, die Stefan in seinem kleinen Rucksack selber hoch getragen hat.
Die Krefelder Hütte, unser heutiges Tagesziel, ist zwar schon zu sehen, aber noch ziemlich weit weg, aber wir haben ja noch den ganzen Tag Zeit.

 


Der Weiterweg führt, mal steigend, mal fallend, mal geradeaus über einen recht schmalen Grasrücken mit einem schmalen Weg und links und rechts fallen diese Grashänge recht steil ab.
So heißt es jetzt für mich vermehrte Aufmerksamkeit auf Stefan zu richten, damit er mir nicht abrutscht. Aber Alles geht gut, Stefan ist schon recht trittsicher und nach einiger Zeit erreichen wir die „Stangenhöhe“ (2.203m), die ein kurzes Stück drahtseilgesichert ist. Von entgegenkommenden Bergwanderern wird Stefan immer wieder bewundert und das zu Recht!
Nachdem wir die Stangenhöhe gut passiert haben, wird der Weg unproblematischer und einfacher. Es geht auf einem breiteren Weg fast eben dahin, übers sogenannte Grubalmkar.
Zwischen felsigen Abschnitten und zwischen gelben Graswegen geht der abwechslungsreiche Weg, das Kitzsteinhorn und die Hütte immer vor Augen.
Von oben murmeln viele kleine Schneegewässer herab und Stefan quert einige kleine „Wasserfälle“ ganz alleine – prima.

 


Stefan beginnt langsam ganz ungeduldig zu werden, als wir ein Erlebnis ganz besonderer Art haben. Er läuft einige Meter vor mir und sucht nach den Markierungen, als sich ganz plötzlich die Sonne verdunkelt, allerdings nicht von einer Wolke. Stefan kommt zu mir zurück gerannt, auch ihm ist das Ganze unheimlich und auch ich habe für kurze Zeit ein komisches Gefühl. Als wir hinauf sehen scheint schon wieder die Sonne und wir sehen direkt über uns zwei riesige Greifvögel. Wie uns die Hüttenwirtin später sagt, sind es Weißbartgeier, die eine Flügelspannweite von bis zu drei Metern haben.
Ein nachhaltiges Erlebnis, das Stefan nicht so schnell vergißt.

 


Um kurz nach 16:00 Uhr erreichen wir schließlich die Krefelder Hütte des DAV (2.300m).

 

Stefan ist verständlicherweise ziemlich geschafft, 800 Höhenmeter liegen hinter uns. Ich habe angerufen und uns angemeldet und so bekommen wir gleich unser sehr schönes 2-Bett-Zimmer Nr.12 mit Blick nach vorne raus, auf´s Kitzsteinhorn.
In der Hütte ist sehr wenig los, außer uns übernachten nur noch zwei junge Burschen und die Bauarbeiter, die vor der Hütte die Terrasse mit Natursteinen vergrößern.
Die Hütte selber gefällt mir sehr gut, sie ist sehr groß und unser Zimmer so schön, wie es ein soll.
Im weitläufigen ersten Stock haben wir uns bei der Suche nach unserem Zimmer zuerst verlaufen.
Auf der Hüttenterrasse wäre es sehr schön, würden da nicht die Bauarbeiter ihr „Unwesen“ treiben mit Schaufelbaggern, Lastern etc.
Die Umgebung der Hütte ist natürlich problematisch, man sieht sehr stark, dass hier im Winter intensiv Skigefahren wird, überall breite Schotterwege, Masten, Drähte usw. Leider ist das so und läßt sich nicht mehr ändern!
Nachdem wir unsere Bergschuhe mit den Birkis getauscht haben, bringen wir unseren Rucksack hoch ins Zimmer und dann bekommt Stefan seine obligatorischen Spaghetti. Von der Giga-Portion werden wir beide leicht satt, dazu noch ein Radler und eine Limo, Herz, was willst du mehr?!
Nach dem Essen erkunden wir die Hüttenumgebung, genießen noch mal das grandiose Panorama um uns herum. Stefan schaut den Bauarbeitern zu, langsam wird es kühl. Aber Stefan kriegt nicht genug von den geländegängigen Lastern und von dem Bagger, der extra fürs Gebirge hergestellt wird. Vor dem riesigen Hütten-Bernhardiner hat Stefan auch keine Angst, er wird sogar gestreichelt.
Ich mache noch Photos vom Kitzsteinhorn, Wiesbachhorn und Hohem Tenn und ärgere mich über den Kasten des Alpincenters vor uns, über unzählige Skilifte und Zivilisationsmüll.

 
 


Als bei uns die Sonne schon untergegangen ist, d.h. hinter dem Kitzsteinhorn verschwunden ist, gehe ich noch mal hinter die Hütte und sehe die voll beleuchtete Kette der nördlichen Kalkalpen vor mir. Vom Karwendel bis zum Dachstein glänzt der helle Stein in der Abendsonne.

 


Als es draußen zu kalt wird, beschäftigen wir uns in der Hütte mit lesen, malen, Ritter spielen.

 


Gegen 19:00 Uhr lege ich Stefan schlafen, aber er ist so aufgekratzt, dass er erst gegen 21:00 Uhr einschläft.

 


Wir schlafen sehr gut, einmal fällt Stefan aus dem Bett und schläft am Boden weiter, aber natürlich habe ich ihn gleich wieder in sein Bett gelegt.

 

 Zum nächsten Tag

 

 

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Letztes Update: 20. Juli 2002 - Adresse dieser Seite: http://www.sigisart.de © 2002 by kdg