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Es
sind sehr viele Leute unterwegs (ich sagte es schon!!), wir gehen langsam,
machen mehrere kurze Pausen und genießen den schönen Tag.
Einige
Kletterer überholen uns, die hier natürlich ein Dorado vorfinden.
Am Ende des unteren Ochsenkars kommen wir an die Vegetationsgrenze und der Weiterweg über das obere Ochsenkar führt direkt an der Torsäule vorbei, wo wir auch drei Seilschaften sehen, die sich diesen formschönen Gipfel vorgenommen haben.
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Als
wir die Torsäule passiert haben, wird der Weg flacher und wechselt auf
die andere Seite in die Schuttmulde unterhalb des Großen Bratschenkopfes.
Die
für diesen Platz (Punkt 2.380 HM) angegebene Quelle ist ausgetrocknet, so
dass wir unsere Wasservorräte nicht auffüllen können.
Also geht es über den sogenannten Schartensteig, wo wir erste Schneefelder sehen und queren und auch unsere Wasserflasche mit geschmolzenem, eiskalten Wasser auffüllen können.
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Wir
gehen weiter bis wir um 12:00 Uhr kurz vor der Schrammbachscharte unsere
Brotzeitpause einlegen.
Wir
haben viele gute Sachen mitgebracht und so lassen wir es uns schmecken und
trinken auch ein Dosen-Radler. Prima!
Nach einer halben Stunde Rast gehen wir weiter und kurz nachdem wir bei Punkt 2.715 HM (im Fels markiert) die Schrammbachscharte passiert haben, wird das erste Mal der Blick frei auf das Matras-Haus auf dem Gipfel des Hochkönig.
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Der
ist aber noch ganz schön weit weg und so stapfen wir weiter und gelangen
bald an den Beginn der sogenannten „Übergossenen Alm“, des einzigen
Plateau-Gletschers der Ostalpen.
Die Schneefelder sind sehr geschrumpft, es gibt zwei Wege zum Gipfel, was aber nicht ausgeschildert ist und was wir mit der Zeit erst herausbekommen.
Der
eine Weg führt über mehrere Schneefelder, der andere Weg, den wir nehmen
führt in mühsamem Auf und Ab über die brüchigen Kalkfelsen. Aber auch
wir queren mehrere größere Schneefelder, die in der Sonne ganz schön
sulzig sind.
Der Gletscher ist viel, viel kleiner als wir gedacht haben und wir müssen auch lange nicht so viel über Schnee gehen wie gedacht.
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Der
Weg zieht sich, unsere Kräfte erlahmen langsam, die letzte halbe –
dreiviertel Stunde vergeht schleppend.
Kurz vor Erreichen der Hütte geht’s über das sogenannte „Klamml“, eine Steilstufe, die mit Eisentritten, Handlauf, Leiter und Brücke (!) entschärft ist.
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Um
14:00 Uhr erreichen wir das Franz-Eduard-Matras-Haus
auf dem Gipfel des Hochkönig
(2.941m).
Wir
sind sehr stolz und glücklich und zufrieden.
Die
Hütte ist ein achteckiger Neubau von 1984/85, nachdem die Vorgängerhütte,
die genau vor 100 Jahren, am 15.08.1898 eingeweiht worden ist, im Mai 1982
abgebrannt ist.
Leider
ist am Gipfelaufbau, wo genügend Platz wäre, kein Gipfelkreuz, nur ein
Blitzableiter, das ist schon enttäuschend.
Viele
der Bergsteiger, die uns beim Hinaufgehen überholt haben, sind uns schon
wieder beim Abstieg
entgegengekommen, aber wir sind froh, hierbleiben und
übernachten zu können.
Wir haben gute Sicht ins rund der Berchtesgadener Berge: vor uns liegt groß und zerklüftet das Steinerne Meer, aus dessen steinernen Wogen sich die Schönfeldspitze und der Große Hundstod markant heraushebt.
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Das
mächtige, unwegsame Hagengebirge jenseits des dunklen Blühnbachtals mit
den Teufelshörnern und dem Hohen Brett und dem Hohen Göll in weiter
Ferne.
Wir machen auch den Hochkalter, den Watzmann, den Zwiesel und Hochstaufen und den Untersberg aus.
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Weiter
sehen wir das Tennengebirge als wogende, steinerne Hochfläche, den
Dachstein und, um das Rund zu beenden, die Kette der Hohen Tauern, vor
denen sich die grünen, weichen Flächen der Dientener und Kitzbüheler
Berge erheben. Ich erkenne z.B. den Hundsstein und die Schmittenhöhe über
Zell am See. Auch Loferer und Leoganger Steinberge grüßen herüber. Aber
direkt vor uns breitet sich der gewaltige, verkarstete Hochkönigstock mit
der relativ kleinen „Übergossenen Alm“ aus.
Das
Firnfeld erstreckt sich von Osten nach Westen vier Kilometer breit, in Süd
– Ost – Richtung ist es aber nur noch 500 – 1000 Meter breit.
Seit
1888, also in 110 Jahren, ging die Gletscherfläche von 550 ha auf 149 ha
zurück.
Jährlich
schmilzt der Gletscher um etwa 1m in der Tiefe ab, so dass bei einer Tiefe
von 20 Metern im östlichen Teil und 30-40 Metern im Hauptteil, die „Übergossene
Alm“ bald verschwunden sein wird. Der Hauptteil dehnt sich, wie gesagt
eher in westlicher Richtung aus und hier sehen wir auch den Randabsturz
und Gletscherspalten.
Nachdem
wir uns umgesehen haben, wollen wir unser Quartier sichern und erleben
eine Überraschung: die Hütte gehört dem Österreichischen Touristen
Klub (ÖTK) und mein AV-Ausweis würde nur mit einem zusätzlichen Papperl,
das ich natürlich nicht habe, gelten. D.h. die Übernachtung wird
erheblich teurer werden als gedacht. Den Platz im Lager bekommen wir
sowieso nur, weil Mutti Seniorin ist. Alle anderen jungen Leute müssen
bis zum Abend warten und teilen sich dann Notlager und den Gastraum, denn
die Hütte wird total überfüllt sein. Nachdem das erst mal geklärt ist,
kaufen wir uns ein Radler und setzen uns raus.
Am Nachmittag gehen wir noch zu einem namenlosen Nachbargipfelchen und sehen uns den Weg ins Birgkar an.
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Gegen
17:00 Uhr bewölkt sich der Himmel und am Abend gewittert es. Der Blitz
schlägt dreimal neben der Hütte in den Blitzableiter ein und vorher, als
wir noch draußen waren, sind uns die Haare zu Berg gestanden und die
Kopfhaut hat gekribbelt von der elektrischen Aufladung.
Nach
dem Abendessen relaxt Mutti im Bett, ich bin noch nicht müde und stehe an
der Hüttentür und schaue zusammen mit Anderen hinaus in den Regen und
den Blitz und Donner.
Meine mittlerweile im Gebirge gewonnene Erfahrung sagt mir, dass es morgen schon wieder ganz anders aussehen kann und so gehe ich ganz zufrieden mit dem heutigen Tag um 20:30 Uhr schlafen.
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Diesen
schönen Tag beschließe ich mit einem Photo Richtung Schönfeldspitze und
beginne den nächsten Tag mit einem Blick zu Watzmann und Hochkalter.
| Zum nächsten Tag |
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Letztes Update: 21. Juli 2002 - Adresse dieser Seite: http://www.sigisart.de © 2002 by kdg